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Plötzlich kamen massenhaft Pressemeldungen: IKEA Deutschland senkt ab 01.09.2004 die Preise. Bestimmte Möbel werden 20-50% billiger.

Möbelkäufer, bitte haltet mich nicht für rechthaberisch, sondern gönnt mir die kleine Freude. Ich freue mich nämlich über diese Meldung, weil sie meine Botschaft bestätigt, die da lautet: „Wir, die Verbraucher, sitzen am längeren Hebel.“ So hatte ich es bereits in 2003 im Vorwort zur 4. Auflage von Clever Möbel kaufen formuliert:

Unser Hebel ist unser Geld. Und das schmeißen wir dem Möbelhandel, einschließlich IKEA, nicht in den aufgerissenen Rachen, sondern hebeln damit. Zunächst machen wir auf Konsumverzicht. Anschließend machen wir den cleveren 5-Schritte-Möbeldeal. Das zeigt auch bei IKEA Wirkung.

Gemach, gemach. Ich will mich bremsen und emotionslos das Geschehen analysieren.

Seit Jahren wetteifern die Möbelhändler gegeneinander in kämpferischer Preisbolzerei, um den Möbelkäufer aus seiner Kaufzurückhaltung zu reißen. Dazu überziehen sie die Republik mit Rabattaktionen und Sonderverkäufen. Neuerdings auch mit dem Sommerschlussverkauf, und demnächst wohl mit dem Winterschlussverkauf von Möbeln.

IKEA stand bisher haushoch über solchem Preisgerangel. Sein Image war eh so etwas wie „Billigheimer“. Allerdings mit Kultstatus. Die Leute fühlten sich angesprochen und kauften und kauften und fragten nicht nach dem Preis. Außer Sachsens Ex-König Kurt, der seinerzeit nach Rabatt fragte – doch lassen wir das ruhen. Das ist Schnee von gestern.

Warum heute plötzlich niedrigere Preise bei IKEA? Läuft das Geschäft nicht mehr so gut?

Ich verzichte auf eine Antwort. Sie wäre doch nur Blabla. Aber wie IKEA aus der Not einen Werbegag machte, nötigt mir Respekt ab. IKEA rief zu einer Wirtschaftspressekonferenz – und die Medienvertreter kamen. Sie notierten, dass die Preissenkungen ein Gesamtvolumen von 130 Mio. € ausmachen und Teil einer neuen Erfolgsstrategie seien, also keineswegs eine Reaktion auf Umsatzschwund. Und sie veröffentlichten diesen Sermon tatsächlich. Eine prächtige Publicity, die IKEA nicht viel kostete.

Mancher Grübler allerdings fragte sich: „Habe ich also bei IKEA bisher 20-50% zuviel bezahlt? Wem schenkt er denn nun die 130 Millionen?“

So ganz geheuer war die Sache auch den Medien nicht. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ zum Beispiel recherchierte und fand, was verschwiegen worden war:

Der Schreibtisch Matteus koste nun 119,00 € statt 99,00 € vorher, das Sitzelement Drömminge 349,00 € statt 309,00 € vorher und die Regaleinsätze für Billy seien um 1,00 € das Stück teurer geworden. Weiterhin gebe es zudem erhebliche Preisunterschiede in einzelnen Ländern. So koste das Bettgestell Hemnes in Österreich 149,00 €, in Deutschland – trotz Preissenkung – aber 199,00 €. Beim Bett Alesund betrage die Differenz 110,00 € und beim Regal Gorm 20,00 €.

Da durfte der Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM) nicht ruhen. Über die dpa ließ er verbreiten, dass IKEAs Preissenkungsaktion „hart an der Verbrauchertäuschung“ grenze. Der VDM könne anhand einer Liste nachweisen, dass die Preise für 115 Produkte um durchschnittlich 5,6% erhöht worden seien.

IKEA juckt eine solche Meldung wohl nicht sonderlich. Im Gegenteil. Das ist weitere kostenlose Reklame, denn auch negative Meldungen wirken. Meist sogar mehr als positive.

Den cleveren Möbelkäufer juckt das Ganze ebenfalls nicht. Sollte er Lust auf IKEA-Möbel haben, weiß er, wie er da ran geht. Oje, habe ich mit diesem Artikel etwa auch kostenlose Werbung für IKEA gemacht?