Möbelmarken in Deutschland: Noname-Möbel zum überhöhten Preis?

Immer mehr Möbelmarken, hinter denen sich nicht genannte Lieferanten verbergen, kommen auf den Markt. Wir erklären Ihnen, wer und was hinter dieser profitablen Verkaufsstrategie steckt und warum Sie es sich ganz genau überlegen sollten, ein solches Möbelstück zu kaufen.

Heinz G. GüntherOlaf GüntherDie Autoren: Die Möbel-Experten Heinz G. und Olaf Günther, bekannt aus über 30 TV-Reportagen in RTL, SAT1 und ARD.

Warum wurden exklusive Möbelmarken eingeführt?

Konnte man noch zu Anfang des Jahrtausends beim Rundgang durch die kleinen und großen Möbelhäuser nur vereinzelt Möbelmarken- und Herstellernamen lesen, so hat sich dieses Bild inzwischen grundlegend gewandelt. Überall finden sich jetzt Poster, Schilder und auffällige Leuchtschriften mit Markennamen. Oft gibt es sogar ganze Ausstellungsbereiche, in denen die Möbel bestimmter Marken präsentiert werden.

MöbelmarkenDer Grund für diese Entwicklung liegt auf der Hand: Begnügte sich der Möbelkäufer früher mit der Polstergarnitur Emma oder der Schrankwand Berlin, deren Herkunft ihn oft gar nicht großartig interessierte, so möchte er heute etwas ganz anderes: Er will Markenprodukte kaufen. Und das nicht nur im Hochwertbereich, sondern auch im Einsteigersegment.

Für den Möbelhandel hat die Marken-Sehnsucht der Verbraucher einen ganz und gar unerwünschten Nebeneffekt. Weil der Produzent des Wunschmöbelstücks offen liegt, ist der Qualitäts- und Preisvergleich wesentlich leichter geworden.

Der Möbelkäufer braucht nicht mehr nach dem Hersteller zu fragen oder mit Mühe selbst recherchieren (etwa weil er keine Antwort bekam oder schlimmstenfalls bewusst angelogen wurde).

Hinzu kommt, dass heute deutlich mehr Möbelkunden die Preise vergleichen, als es in der Vergangenheit der Fall war. Die Preisrecherche beginnt bereits im Möbelhaus per Smartphone, wie ich schon des Öfteren amüsiert beobachten konnte.

Die Folge ist ein andauernder, knallharter Preiskampf unter den Möbelhändlern, der schon zahlreiche prominente Opfer in Form von Pleiten und Geschäftsübernahmen gefordert hat.

Doch die Marketingexperten der Möbelbranche haben sich etwas einfallen lassen. Die neue, äußerst profitable Verkaufsstrategie heißt Möbelmarke, auch als Handelsmarke, Eigenmarke oder Private Label bezeichnet. Dadurch gelingt es den Händlern, das „Vergleichen wollen“ der Möbelkäufer schon im Ansatz abzuwürgen.

Heinz G. Günther TV-Möbelexperte Heinz G. Günther warnt: „Kaufen Sie keine Möbel, bevor Sie nicht diesen Bericht gelesen haben!“

Wie funktioniert die Strategie Möbelmarke? Wer steckt dahinter?

Möbelhändler sind in der Regel keine Einzelkämpfer. Sie schließen sich zu Einkaufsverbänden zusammen. Ziel dieser Zusammenschlüsse ist es, mit vereinter Marktmacht den Möbelherstellern bessere Einkaufskonditionen abzuringen.

Aber das ist nicht der alleinige Geschäftszweck der Möbelverbände. Sie bieten ihren Mitgliedern unter anderem Verkaufsschulungen, Finanzdienstleistungen und betriebswirtschaftliche Beratungen an. Darüber hinaus – und das ist der springende Punkt – lassen die Verbände bei ausgesuchten Herstellern Möbelmodelle, meist sogar ganze Modelllinien, exklusiv produzieren.

Diese nur für den jeweiligen Einkaufsverband und seine Mitglieder angefertigten Möbelstücke werden jedoch nicht mit den Labeln der tatsächlichen Möbelhersteller ausgezeichnet. Sie kommen unter Fantasienamen auf den Markt. Die Produzenten bleiben also im Dunkeln bzw. werden durch das „Umlabeln“ ganz bewusst verschleiert. Ein Beispiel:

Die EMV Europa Möbel-Verbund GmbH, 85777 Fahrenzhausen, hat bereits vor vielen Jahren die Handelsmarke Global® ins Leben gerufen. Die Global®-Kollektion (Polstermöbel, Wohn-, Schlaf-, und Esszimmer- im mittleren bis gehobenen Preissegment) können Sie nur in den gegenwärtig rund 530 EMV-Möbelhäusern in Deutschland und im benachbarten Ausland kaufen. Die Möbel werden nirgendwo anders angeboten.

Doch nicht nur Einkaufsverbände bringen Möbelmarken auf den Markt. Einige Händler sind groß genug, um Ihre Einkaufsmacht solo auszuspielen.

Hierzu zählen beispielsweise die Lutz Unternehmensgruppe (XXXLutz Möbelhäuser) oder die Krieger Gruppe (Möbel Höffner und Möbel Kraft). Auch sie sind längst dazu übergegangen, in ihren Möbelpalästen den Kaufinteressenten eigene Marken zu präsentieren.

Eine Liste der wichtigsten Möbelmarken finden Sie weiter unten.

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Lohnt sich der Kauf von Möbelmarken?

Sie haben bestimmt erkannt, welche Vorteile das Vertriebssystem Handelsmarke für die Möbelhändler hat:

  1. Weil der tatsächliche Hersteller verschleiert wird und für den Laien praktisch nicht zu identifizieren ist, lassen sich die Möbelstücke nicht vergleichen. Weitere Hindernisse entstehen dadurch, dass die Modelle einer Kollektion (z.B. Polstermöbelmodelle der Möbelmarke x) von mehreren Herstellern stammen können, und dass die Lieferanten einer Handelsmarke von Zeit zu Zeit durchaus einmal ausgewechselt werden.
  2. Die Möbelstücke einer Handelsmarke sind nur in den Möbelhäusern der Verbandsmitglieder erhältlich. Es findet kein Verkauf auf dem freien Markt statt. So können die Abgabepreise auf einem stabilen, hohen und oftmals überteuerten Niveau gehalten werden.

Der clevere Möbelkäufer jedoch kauft nicht die Katze im Sack. Er lässt sich auch nicht Billigmöbel aus Osteuropa oder China als Marke getarnt andrehen.

Wie Sie den Hersteller Ihres Wunschmöbelstücks herausfinden und dann beim Kauf bis zu 5.000,00 € sparen, lesen Sie ausführlich in Clever Möbel kaufen.


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TV-Möbelexperte Heinz G. Günther warnt vor Abzocke: „Kaufen Sie keine Möbel, bevor Sie nicht diesen Bericht gelesen haben!“