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Wer sich in den Möbelhäusern nach einem Ruhesessel – oder neudeutsch Relaxsessel – umsieht, stößt sehr rasch auf die Namen Stressless und Zerostress. Stressless ist das Relaxsesselprogramm des norwegischen Herstellers Ekornes ASA, Zerostress dagegen die entspechende Modellreihe des deutschen Polstermöbelherstellers Himolla, 84416 Taufkirchen.

Ekornes Stressless RelaxsesselEs ist beileibe nichts Ungewöhnliches, wenn sich Konkurrenten beim Kampf um Marktanteile in die Haare bekommen und der Streit letztlich vor Gericht ausgetragen wird. Im Falle von Himolla und Ekornes war allerdings eine Fehde besonderer Art ausgebrochen. Und das kam so:

Ekornes startete bereits im Jahr 1971 sein Stressless-Programm. Es trug im Wesentlichen dazu bei, dass sich Ekornes im Lauf der folgenden Jahre zum größten Möbelhersteller Skandinaviens mauserte. Himolla dagegen war hier zu Lande schon immer eine der ersten Adressen, wenn es um Sofas und Sessel ging.

Als die Stressless-Welle schließlich bis nach Deutschland schwappte, bekam man wohl auch in Taufkirchen nasse Füße: Himolla ging in 2003 zum Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) und ließ dort die Wort- und Bildmarke Zerostress eintragen.

In Norwegen fürchtete man sich offensichtlich vor dem, was kommen könnte. Ekornes begann daher, gegen die Markteinführung von Relaxsesseln unter dem Namen Zerostress zu schießen. Allerdings ohne Erfolg, denn die Klage auf Markenrechtsverletzung wegen Verwechslungsgefahr vor dem OLG Düsseldorf wurde abgewiesen.

Himolla Zerostress RelaxsesselEndgültig rot sahen die Norweger, als sie mitbekamen, was die Taufkirchener an die Möbelhändler lieferten. Ekornes bezichtigte Himolla im Jahr 2008 vor dem LG Köln als Plagiator.

Doch auch diese Klage hatte im Endergebnis keinen Erfolg. Als letzte Instanz hat der Bundesgerichtshof am 01.06.2011 verkündet: Zerostress-Sessel sind keine Nachbauten der Stressless-Sessel.

Ich möchte hier weder für den einen, noch für den anderen Hersteller Partei ergreifen. Und ich möchte erst recht nicht Mutmaßungen darüber anstellen, wer wann von wem abgekupfert haben könnte. Das bleibt Ihnen als Verbraucher, den Streithähnen und den Gerichten überlassen.

Meine Mission ist es, denjenigen Möbelkäufern behilflich zu sein, die vor der Kaufentscheidung stehen: Stressless oder Zerostress? Diese Hilfe biete ich Ihnen in meinem Ratgeber-Bestseller Clever Möbel kaufen.

8 Kommentare zu “Himolla gegen Ekornes: Ist Zerostress ein Imitat von Stressless?”

  1. H-D Eichhorn sagt:

    Das ist ein weiterer Beweis, wie blind Richter durch die Welt gehen, um nicht schlimmere Absichten zu unterstellen.

  2. Werner Tipper sagt:

    Guten Morgen,
    ich kann natürlich auch nicht beurteilen, was zuerst war (Henne oder Ei). Aber für mich sehen die beiden Möbelteile quasi identisch aus. Die Vermutung, dass „abgekupfert“ wurde, scheint also nicht unbegründet.
    Mit freundlichen Grüßen Werner Tipper

  3. Gunter sagt:

    Eigentlich ist es doch egal von wem die „Entspannungsmöbel“ sind. Entscheidend ist (für mich zumindest)
    1. Qualität des Produktes
    2. Preis
    3. Service bei Mängeln
    Da wir beide Firmen bei uns haben, kann ich nur die Qualität beurteilen. Himolla ist da leider nicht gut weggekommen. Für mich hat Ekornes die bessere Qualität.
    Gunter

  4. Volker Muehl sagt:

    Für mich sehen die beiden Möbelstücke zum Verwechseln gleich aus. Die Entscheidung der Richter ist für mich deshalb nicht nachvollziehbar. Beide Firmen sind in jedem Fall in ihrer Preisstellung zu teuer, weshalb ich weder das eine noch das andere Programm kaufen würde.

  5. Charly Wintermüller sagt:

    Das ist doch häufig im Möbelhandel so. Kaum ist ein Modell/Modellserie erfolgreich, schon „designt“ der Mitbewerber oder ein „pfiffiger Einkäufer“ eines Einkaufsverbands, ein ähnliches Modell, verändert einige „gravierende“ Punkte des Möbelstücks so, dass die Richter dies als eigenständig akzeptieren, lässt das Möbelstück irgendwo preiswerter im Ausland produzieren und vermarktet das Ganze über die Einkaufsverbände als neues Eigenmodell.

    So spart man Designerkosten und senkt das Risiko, eventuell einen Fehlgriff mit einem eigenständigen Modell gemacht zu haben. Die Folge: Alles was vom Käufer akzeptiert wird, wird abgekupfert und immer preiswerter angeboten und die Möbelhäuser sehen dadurch immer uniformer aus, da sie größtenteils gleiche bzw. ähnliche Modelle zeigen. Hat man sich als Käufer ein Möbelhaus eines großen Einkaufsverbands oder Filialkette angesehen, kann man sich die restlichen getrost schenken.

    Ich bevorzuge daher kleinere Möbelhäuser, die sich nicht hinter Einkaufsverbänden vestecken und noch bzgl. Design und Qualität eine eigene Meinung vertreten. Und was den Preis betrifft, da hilft die eine oder andere Veröffentlichung von H.G. Günther.
    Charly

  6. Uli sagt:

    Zu Stressless: Ein anderer Aspekt bei der Geschichte ist die Preisgestaltung von Ekornes. Diese Firma versucht mit allen Mitteln, ihre empfohlenen Verkaufspreise beim Händler durchzusetzen. Dabei ist es per Gesetz jedem Händler in der BRD erlaubt, seine Endverkaufspreise selbst zu kalkulieren.

    Mehrere Möbelhändler erzählten mir glaubhafte Horrorstories, als sie von Ekornes beim Versuch „ertappt“ wurden, dem Kunden Preisnachlässe zu gewähren (Abbruch der Geschäftsbeziehungen, Lieferstopp, Ausräumen der Ausstellung etc.).

    Mein Fazit: ich kaufe NICHTS zu UVP; weder Möbel noch Autos! Nur: warum greift hier keine staatliche Stelle ein bei so klaren Gesetzesverstößen?

  7. Karl-Heinz B. sagt:

    Warum muss es denn immer das teure Ekornes sein ? Ich habe mir z.B. meine Relax-Liegen von der Firma Hjellegjerde gekauft. Gleiche hochwertige Qualität aber trotzdem viel günstiger. Bei Himolla überzeugt mich die Qualität auf keinen Fall, daher ja auch der gewaltige Preisunterschied, der deswegen ja durchaus auch gerechtfertigt ist.

    Auch die sture Preispolitik von Ekornes hat mich von einem Kauf abgeschreckt. Ich kaufe NICHTS zu UVP, also auch keine Möbel von Ekornes. Da das Unternehmen aber seit Jahren an der Hochpreispolitik festhält, sollte man sich eben nach Alternativen umsehen, die es schon seit langem gibt.

  8. Niko sagt:

    Ich bin zwar auch kein großer Freund der deutschen Richter, aber bei einem Nachbau-Streit können auch technische Aspekte eine Rolle spielen, z.B. wie wurde die Drehbarkeit des Hockers technisch realisiert. Dafür reichen die Bilder nicht aus, man müsste mal die Unterseite sehen.

    Stressless hat doch auch lange mit ihrer patentierten Neigungstechnik geworben. Himolla wird sich gehütet haben, das 1:1 nachzubauen und damit das Patent zu verletzen. Genau da haben sie ihren Kopf aus der Schlinge gezogen, könnte ich mir vorstellen.

    Dass es bei Stressless keine Rabatte gibt, ist mir auch schon negativ aufgefallen. Ich finde die Sessel zwar gut, aber der Preis ist mir viel zu hoch. Selbst nach Günther-mäßig erfolgreich verhandelten Rabatt wären die mir noch zu teuer. Grundsätzlich sollte diese Art von Wettbewerb gut für den Kunden sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).